Rad-Tour 2: Zu den Römer und Germanen

Landläufig als „Schlacht am Teutoburger Wald“ bekannt, wurde trotzdem lange über den wahren Ort dieses historischen Ereignisses gerätselt. Vermutungen gab es viele, doch Gewissheit kaum. Das änderte sich erst vor wenigen Jahren.

Die Geschichte des Zieles:

■ Im Jahre 9 n. Chr.

Römische Truppen haben weite Gebiete Germaniens besetzt. Sie erobern die Landstriche nördlich der Lippe bis zur Weser. Die Germanen locken das römische Herr in einem Waldgebiet in einen Hinterhalt. Drahtzieher ist der Cherusker Arminius. In drei Tagen werden die 17., 18. und 19. Legion niedergemetzelt - mehr als 10 000 Menschen finden den Tod. Benannt nach dem Heerführer Publius Quinctilius Varus, geht die Niederlage der Römer als „Varusschlacht“ in die Geschichte ein.

■ 1987 – die ersten Hinweise
Münzfunde lassen aufhorchen: Der britische Offizier Tony Clunn findet in Kalkriese römische Denare und drei Wurfgeschosse aus Blei - die ersten Waffen, die ersten Spuren eines Kampfes zwischen Römer und Germanen.

■ 1989 – sichere Erkenntnisse
Archäologische Ausgrabungen beginnen: Wissenschaftler legen Münzen, Waffen, die Maske eines römischen Gesichtshelms, Bruchstücke römischer Soldatenmonturen, Menschen- und Tierknochen frei. Und die Forscher entdecken die Reste eines Hinterhalts: einen unterdessen auf mehr als 400 Metern nachgewiesenen Wall. Er bot den Germanen Schutz und Tarnung bei ihrem Überfall auf die Römer. Über Jahrhunderte hatten Historiker und Heimatforscher nach dem Ort der Varusschlacht gesucht. In Kalkriese haben die Archäologen ihn gefunden. Kalkriese zählt heute zu den bedeutendsten Ausgrabungsstätten Europas.

■ Heute – Museum und Park Kalkriese

Die Varusschlacht im Osnabrücker Land ist ein international beachteter Ort der Forschung. Wissenschaftler fünf deutscher Universitäten unterstützen das archäologische Team. Kalkriese ist zudem ein Ort, an dem sich Geschichte, Kunst und Architektur erleben lassen. 2002 eröffneten Park, Turm und Museum ihre Tore. Eine außergewöhnliche Ausstellung lässt mit modernen Medien die Geschichte dieses einzigartigen Ortes lebendig werden und präsentiert 3000 der bisher rund gemachten 6000 Funde, darunter die eindrucksvolle Maske eines römischen Gesichtshelms.

Neben zahlreichen anderen Veranstaltungen führen die Internationalen Römertage zu Pfingsten mit Gruppen aus fünf Nationen, das Geschehen mit Römern und Germanen, Reitern und Aktionen besonders plastisch vor Augen.
Öffnungszeiten:
Varusschlacht im Osnabrücker Land Museum und Park Kalkriese
Täglich: 10.00 - 18.00 Uhr
Eintritt: Erwachsene: 5,00 Euro; Kinder bis 16 Jahre, Schüler, Studierende, Schwerbehinderte: 3,00 Euro

Öffentliche Führungen:
1. November bis 31. März, sonn- und feiertags, 11.00 und 14.30 Uhr, mittwochs, samstags 14.30 Uhr
1. April bis 31. Oktober,
sonn- und feiertags, 11.00 und 15.00 Uhr, täglich 15.00 Uhr
Führungen für Gruppen: individuell vereinbar. Anmeldungen zur Führung unter Tel. 05461 61826 oder im Alfsee Center unter Tel. 05464 92120